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# HACOY-Fachartikel-Meet-your-piece-2026-10-14

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Fachartikel · München, 14. Oktober 2026

Perspektivwechsel DPP auf dem TW Sustainability Day in Köln, 1. Oktober 2026. Von links: Maximilian Alexander Rupp (HACOY), Stefanie Sumfleth
(bonprix) und Kirsten Reinhold (TextilWirtschaft), die das Gespräch moderierte. Foto: studio pramudiya

Digitaler Produktpass „Meet your piece“
von HACOY
Warum es bei uns kein Datenblatt gibt, sondern eine Geschichte erzählt wird

Von Maximilian Alexander Rupp, Gründer von HACOY

Viele technische Geräte werden heute selbstverständlich registriert, sei es ein neues Haushaltsgerät
oder ein neues Gadget. Wenn der Staubsauger streikt, sagt ein Blick in die App, woran es liegt, und
schon lässt sich der Fehler beheben. Bei einem Kleidungsstück, das wir täglich tragen, kommt
kaum jemand auf diesen Gedanken.

Doch wie gut kennen wir, was wir tragen? Woraus es besteht, wo es gefertigt wurde, wie man es
pflegt und wie man es repariert?

Der Digitale Produktpass war das Thema meiner Gesprächsrunde mit Stefanie Sumfleth von
bonprix, moderiert von Kirsten Reinhold von der TextilWirtschaft, auf der Bühne des TW
Sustainability Day am 1. Oktober in Köln.

Den Rahmen setzt die europäische Ökodesign Verordnung ESPR, die seit Juli 2024 in Kraft ist.
Textilien gehören zu den ersten Produktgruppen, für die ein Digitaler Produktpass kommen soll.
Der eigene Rechtsakt für Textilien wird für 2027 erwartet und dürfte rund achtzehn Monate später
verbindlich werden. Welche Angaben ein Textilpass genau enthalten muss, ist noch offen. Zwei

Regeln gelten bereits: Große Unternehmen dürfen seit Juli 2026 unverkaufte Kleidung nicht mehr
vernichten, und seit dem 27. September 2026 sind allgemeine Umweltaussagen ohne Beleg nicht
mehr zulässig.

Einzigartigkeit statt Masse
Viele Marken fragen sich jetzt, wie viel Aufwand und Kosten auf sie zukommen. Ich habe mir für
HACOY eine andere Frage gestellt: Wie können wir diese Pflicht nutzen, um unsere eigene Position
zu stärken und eine tiefere Bindung zu unseren Kundinnen und Kunden aufzubauen? Was kann ein
solcher Pass für die Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Kleidungsstück tun?

Meet your piece: jedes Kleidungsstück zählt
Angefangen haben wir am 4. Mai 2026 mit einem einzigen Leinenhemd.
Inzwischen hat jedes Produkt von HACOY seine eigene Seite, insgesamt
sind das 56 Pässe, und seit dem 28. Mai trägt jedes einzelne
Kleidungsstück einen eigenen Code. Wir nennen den Pass „Meet your
piece“. Er ist mehr als ein Datenblatt nach der EU ESPR Verordnung.

Die Seite zeigt Materialien, Herkunft, Zertifikate und Pflege, und sie
erzählt die Geschichte der Menschen dahinter. Wann wurde das Stück
gefertigt? Wer hat es registriert? Künftig werden darin auch Reparaturen
und Weiterverkauf vermerkt. Über eine freiwillige, datensparsame
Registrierung werden die Menschen, die unsere Stücke tragen, selbst Teil
der Geschichte. So wird der Pass bei HACOY vom Datenblatt zu einer
Beziehung zwischen Mensch und Kleidungsstück.

Mut zur Lücke
                                                                                Maximilian Alexander Rupp auf der Bühne in
                                                                                Köln, im Linen Dual Shirt von HACOY. Foto: studio
Wir zeigen auch, was wir nicht wissen. Für mich ist diese Ehrlichkeit der
                                                                                pramudiya
wichtigste Teil des Projekts. Unvollständige Daten aus der Lieferkette
werden nicht kaschiert, sondern offen benannt. Fehlt die
Rückverfolgbarkeit, heißt es transparent: „Faserherkunft in Klärung mit unserem Lieferanten“.
Möchte ein Partner nicht namentlich genannt werden, steht dort „vertraulich“, mit Stadt und Land.
Der CO2 Fußabdruck ist ausdrücklich als modellierte Schätzung ausgewiesen, nicht als gemessene
Ökobilanz.

Ein ehrlicher Hinweis schließt jede Seite: „Freiwillige Offenlegung in Vorbereitung auf die
kommende EU ESPR Verordnung. Noch kein vollständig zertifizierter DPP.“ Diese Offenheit schafft
Vertrauen.

KI statt Agentur: der Produktpass in Eigenregie
Statt ein hohes Budget an externe Agenturen zu vergeben, haben wir den Digitalen Produktpass mit
KI selbst entwickelt, ohne gelernte Entwickler im Haus. Neben den geringen Softwarekosten stand
für uns vor allem die Datensouveränität im Mittelpunkt: Was wir über unsere Stücke wissen, liegt
auf unseren eigenen Rechnern. Geholfen hat, dass unsere Datenbasis übersichtlich war und wir
nichts zu verbergen haben.

HACOY · Fachartikel Meet your piece · Oktober 2026                                                                           2/3

      „Daten sind wichtig, aber nicht alles. Die Geschichte dahinter schafft
      die Beziehung. Wir sehen den Produktpass als digitales Tagebuch
      unserer Kleidung.“
      Maximilian Alexander Rupp, Gründer von HACOY

Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule macht. Es zeigt, dass die Digitalisierung der Modebranche
keine Frage des Budgets sein muss, sondern eine des Willens zur Transparenz. Mit KI können die
technischen Hürden auch für kleinere Marken verschwinden. Wer heute die Hoheit über seine
Daten behält und im Austausch mit den Lieferanten die Extrameile geht, erfüllt nicht nur
gesetzliche Vorgaben. Er gewinnt das Wertvollste im Handel: das Vertrauen seiner Kundinnen und
Kunden.

Über Maximilian Alexander Rupp
Maximilian Alexander Rupp hat Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Macromedia in München studiert
und anschließend einen Master in Fashion Brand Management am Polimoda in Florenz abgeschlossen. 2021
gründete er in München HACOY, eine unabhängige Slow Luxury Marke für Essentials, entworfen in Rom und
München, gefertigt in Italien und Litauen, nach dem Grundsatz „Better, not more“. Meet your piece hat er mit
KI auf eigenen Rechnern im Showroom von HACOY in München selbst gebaut.

Anmerkung für Fachmedien
Dieser Fachartikel steht zur Veröffentlichung zur Verfügung. Bei Interesse an einem ausführlicheren Beitrag,
einem Interview oder einem gemeinsamen Blick in einen unserer Pässe melden Sie sich gerne bei mir, ich
freue mich über Ihr Interesse. Die Fotos vom TW Sustainability Day dürfen zusammen mit diesem Artikel
veröffentlicht werden, mit dem Bildnachweis „Foto: studio pramudiya“. In Druckqualität schicke ich sie gern.

Pressekontakt
Maximilian Alexander Rupp, Gründer von HACOY
maximilianrupp@hacoy.com · +49 177 8342792 · www.hacoy.com
HACOY GmbH · Oberföhringer Straße 26c · 81925 München
Showroom · Maistraße 21 · 80337 München

Meet your piece live: der
Pass des Linen Dual Shirt

HACOY · Fachartikel Meet your piece · Oktober 2026                                                             3/3
